Auszug aus dem Forstatlas von 1739

Vieles in der Geschichte von Womelsdorf liegt im Dunkeln. Vor 500 Jahren wurde, zum heutigen Zeitpunkt nachweislich, erstmalig der Name Womelsdorf (damals Wonnerasdorf mit einigen späteren Änderungen) urkundlich erwähnt. Die vermutliche Gründung liegt im 10. Jahrhundert. Eigentümer des Dorfes waren damals das Rittergeschlecht derer von Winter, einer der Vasallen des Grafen Wittgenstein. Im Verlaufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzverhältnisse über Womelsdorf, kirchliche- und politische Zugehörigkeiten wechselten öfters.

 

 


Die wirtschaftliche Situation der Bürger war in allen Zeiten geprägt durch den kargen Boden und durch das raue Mittelgebirgsklima sowie der freien Tallage der Eder. Die Lage wirtschaftliche änderte sich auch nicht mit den Veränderungen von 1848, die mit der Abschaffung der Leibeigenschaft und einer eigenen politischen Verwaltung - der Gemeinde Womelsdorf - endeten. Im Verlaufe der folgenden Jahre erhöhte sich neben der Zahl der bäuerlichen- bzw. kleinbäuerlichen Anwesen auch die Einwohnerzahlen. Aber bei gleichbleibenden Ertragszahlen der Landwirtschaft war die wirtschaftliche Situation der Womelsdorfer Bürger problematisch.

 

 

 

Erst mit dem ausgehenden 19. - und beginnenden 20. Jahrhundert konnten die Erträge in der Landwirtschaft erhöht werden und somit nahm auch der Wohlstand der Bürger zu. Zumal auch der berufliche „Nebenerwerb“ durch die verstärkten Industrieansiedelungen im Siegerland und teilweise auch im Erndtebrücker Raum den Familien das „tägliche Brot“ bescherte. Auch die Eisenbahnanbindung von Wittgenstein mit vielen Arbeitsplätzen bei dem Bau und den Betrieb förderte die doch recht bescheidenen Einkommensverhältnisse. 
   
                            

                                                           Schule Womelsdorf
 
So konnte die Gemeinde 1903 die Brücke über die Eder erneuern und 1911 wurde die Schule gebaut.

 

 

Nach dem Ende des II. Weltkrieges stieg - bedingt durch die Flüchtlinge aus dem Osten -erneut die Anzahl der Bürger. Mit zunehmenden Arbeitsplätzen stieg auch deutlich der Wohlstand. Nach der Gemeindereform von 1965 war die direkte politische Eigenständigkeit der Womelsdorfer Bürger beendet. Als Ortsteil der Gemeinde Erndtebrück waren und sind die Bürger von Womelsdorf jedoch in den demokratischen Gremien der Gemeinde vertreten.

 

Unser Dorf war und ist sicher auch heute noch im wesentlichen von der Landwirtschaft geprägt. Jedoch verändert sich das „Gesicht“. Die Gesellschaftlichen Veränderungen nehmen rasant zu, da die bäuerlichen Beriebe im Haupt- und Nebenerwerb immer weniger werden.

                                   
Blick über das Wittgensteinerland

Das Dorf wird zum reinen Wohnort und die Bewohner finden Arbeit außerhalb des Dorfes in Handwerk, Industrie und in der Dienstleistung der Umgebung. Diese Entwicklung bringt den Menschen zwar unmittelbare Vorteile, jedoch verlieren Werte und Begriffe wie Bodenständigkeit, Heimat und Tradition immer mehr an Bedeutung. Dies soll aber nicht heißen, dass alles Vergangene von Wert ist. Es gilt, und das soll unsere Aufgabe sein, die Werte aus der Vergangenheit zu erkennen, sie zu bewahren und auch ggf. umzusetzen bzw. zu erhalten und zu pflegen. Alfred Handke - Lehrer an der ein(erst)klassigen Volksschule in Womelsdorf von 1953 bis 1969- schrieb im Jahre 1955 in seiner Arbeit „Womelsdorf im Wandel der Zeit“: „Es mag einmal die Zeit kommen, da sie sich auf das Alte, Gewesene wieder besinnen“. Ich bin mir sicher dass er Recht hatte. Es sieht ganz danach aus, dass wir uns in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit wieder gerne an unsere Geschichte anlehnen, Dinge zu begreifen, Fähigkeiten wieder zu erlernen um diese auch an unsere Jugend wieder weiterzugeben. Dies ist ein wichtiger Auftrag an uns alle.

 


Auch die heutige Zeit in der wir leben und die Erlebnisse der Bürger gilt es zu dokumentieren und der Nachwelt zu erhalten. Da heute kein Dorfschullehrer mehr über unser Leben und unsere Arbeit schreibt, müssen diese Tätigkeiten interessierten Bürgern bzw. deren Vereine übertragen werden. Dies ist eine der Aufgaben des Heimatvereins Womelsdorf.