Trinkwasser in Womelsdorf

 

Wurde in früheren Zeiten das Trinkwasser aus Bächen und, zumeist hauseigenen, Brunnen entnommen, so entschied man sich inWomelsdorf dafür eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen. Im Jahre 1897 baute man die erste Wasserleitung, die 5 Häuser versorgte. Aus einem Eisenrohr mit einem Durchmesser von 60mm floss das aus einer Quelle gefangene Wasser in einen Sammelbrunnen mit Überlauf. Von dort aus wahrscheinlich auch wieder durch Eisenrohre in die Ortschaft.

Das Quellgebiet liegt etwa 300 m südöstlich von Womelsdorf, damals ”Bornbach” (heute “Bornloch”) genannt, in einem kleinen natürlichen Einschnitt am Fusse eines Berges.

Das sehr weiche, aber stark kohlensäurehaltige Wasser verursachte durch die dadurch bedingte Aggressivität eine starke Krustenbildung in den Rohren. Der Rohrquerschnitt wurde folgerichtig immer kleiner und die Durchflussmenge immer geringer, so das im Jahre 1928 die Rohrleitungen gereinigt werden mussten. Das hatte aber nicht den gewünschten Effekt, wahrscheinlich wurden bei diesem Vorgang die Rohrleitungen stark beschädigt so das die ausreichende Versorgung nicht gegeben war. Um für ausreichenden “Nachschub” zu sorgen wurde im Jahre 1934 ein Hochbehälter mit damals 25 m³ Fassungsvermögen gebaut, der auch heute noch in ausgezeichnetem Zustand in Betrieb ist.  

Im Jahre 1935 entschlossen sich die Womelsdorfer Bürger zum Bau einer neuen Wasserversorgung. Nach langer Planungszeit wurde im Jahre 1937 der Bau eines Quellsammlers, einer Entsäuerungsanlage und einer neuen Wasserleitung ausgeschrieben. Die Anlage wurde damals für 225 Menschen,190 Stück Großvieh und 70 Stück Kleinvieh ausgerichtet. Den Zuschlag erhielt die Baufirma Ludwig Bade aus Rüppershausen. Die Kosten beliefen sich auf 7.685,54 RM. Baubeginn war am 20.04.1937 und waren, unterbrochen wegen der Heuernte, am 29.09.1937 abgeschlossen. Am 18.08.1937 wurde das Rohrleitungsnetz in Betrieb genommen und erfolgreich abgedrückt. Es wurden insgesamt 20 Häuser an die Wasserleitung angeschlossen. Der alte Sammelbrunnen wurde erhalten , um in Notzeiten eine Reserve zu haben.  

Am 3.Dezember 1941 wurden die turnusmäßigen Wasseruntersuchungen (chem. und bakteriologisch) von Hygienischen Institut des Ruhrgebietes in Gelsenkirchen aufgenommen. Es stellte sich eine einwandfreie Wasserqualität heraus. Auch die Entsäuerungsanlage funktionierte einwandfrei, so das bis heute kaum Krustenbildung in den Rohren zu beobachten ist.  

 

In den 50er Jahren wurden im Hand- und Spanndienst Sickerrohre im Quellgebiet eingebracht, um den Sammler noch zusätzlich zu unterstützen. In den 60er Jahren stieg die Anzahl der angeschlossenen Haushalte auf 28 an.

Um den im Umfang immer größer werdenden Aufgaben einer Trinkwasser- versorgung gerecht zu werden, wurde eine Wasserinteressentengemeinschaft gegründet. Von nun an leitete Ernst Braun als 1.Vorsitzender,Günter Menn als Wassermeister, Heinrich Menn als Kassierer und Adolf Born, Heinz Werthenbach und Erich Wagner als die jeweiligen Stellvertreter die Geschicke der WIG.   

Die vorhandenen und die noch zu bauenden Häuser auf der anderen Talseite, westlich der Eder gelegen, konnten damals aus technischen und Kostengründen nicht an das Versorgungsnetz angeschlossen werden. Dort wurde die Versorgung durch einen selbst angelegten zentralen Sammelbrunnen sowie hauseigenen Anlagen sichergestellt. Später dann wurde die Wasserversorgung von der Gemeinde Erndtebrück übernommen, die eine Fernversorgungsleitung auf dieser Seite des Tales bis nach Birkelbach verlegte und dadurch diesen Teil Womelsdorfs mit Trinkwasser versorgen konnte.   

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu schrittweisen Modernisierungen der technischen Anlagen. Es wurde eine Chlordosierungsanlage eingebaut, der alte Sammelbrunnen mit der Zuleitung zum Hochbehälter wurde erneuert und es wurden in den Haushaltungen Wasserzähler eingebaut. Der festgelegte Wasserpreis beträgt zur Zeit 0,3€/m³. 

Im Jahre 1994 erfolgte der Generationswechsel in der WIG. Werner Afflerbach (1.Vorsitzender), Wolfgang Menn (Wassermeister) und Christoph  Lange (Kassierer) sowie Udo Hackler, Otto Richstein und Lothar Lange wurden als die jeweiligen Stellvertreter gewählt und sind bis heute noch im Amt. Auch dieser Zeitraum ist mit vielen Wartungs-, Instandhaltungs- und Neubaumaßnahmen angefüllt, da mittlerweile 55 Hausanschlüsse zu versorgen sind.